Sonntag, 15. November 2009

Reif fuer die Insel.

Es ging wiedermal Richtung Westen! Ich hatte einen Tank nach Comox auf Vancouver Island zu liefern. Ein kleiner Fiberglas-Tank mit zwei Verankerungen, alles zusammen nicht mehr als fuenf Tonnen, nicht grad viel fuer ueber die Berge, was vor allem die Traktion betrifft.
Nach dem Beladen gings dann via Jasper erst mal bis Blue River BC, wo genaechtigt wurde. Nach Jasper gings dann nicht lange, bis es anfing zu schneien und die Strassen entsprechend rutschig wurden. Der Hwy 5 war dann wieder besser, aber kurz nach meiner Ankunft in Blue River schneite es wieder.
Frueh morgens winterliche Verhaeltnisse bei Blue River.
Am naechsten Morgen wars denn auch entsprechend weiss. War aber recht warm und vor allem Nassschnee, also gut zum Fahren. Es klaerte dann auch bald auf und trocknete ab, in Kamloops schien sogar die Sonne. Dann ueber denn Coquihalla-Pass bei schoenem Wetter und erst trockenen Strasse, was sich dann aber bald aenderte, aber gut fahrbar blieb. Auch in Merrit Sonnenschein, aber nicht lange, es fing an zu schneien und die Strasse war dann bald schneebedeckt, war dann aber mit meinem Fliegengewicht trotz allem gut ueber den Pass gekommen. Runter wars dann wieder schneefrei und es regnete teilweise.
Der Coquihalla-Pass ist im Winter beruechtigt fuer schlechte Strassen.
Den Rest bis zum Faehrterminal in Tsawwassen bei Vancouver war dann gut und meistens trocken, war kurz vor vier da, die naechste Faehre von BC Ferries war erst um viertel vor Sechs, also war Warten angesagt.
Es geht in den Bauch der Faehre.
Leider dunkelte es schnell ein, so dass bei der Ueberfahrt nach Nanaimo (knapp zwei Stunden) nichts zu sehen war, und auch keine Fotos moeglich waren. Dann hoffentlich bei der Rueckfahrt! Ich fuhr noch bis kurz vor Comox, wo am naechsten Morgen der Tank geliefert wurde. Das Abladen ging schnell und dann hiess es fahr mal nach Nanaimo zurueck und ruf wieder an. Es hoerte auf zu regnen und die Sonne kam sogar hervor.
Auf dem Weg zurueck nach Nanaimo.
In Nanaimo angekommen bekam ich auch gleich wieder eine Ladung fuer's Festland, fuer Calgary. Zu allem Unmut war die Ladung aber nicht vor drei Uhr fertig, war also nichts mit der 3.15Uhr Faehre, die Naechste war halt wieder die um 5.45 Uhr, wieder im Dunkeln. Fuhr dann noch bis Chilliwack, wo Tanken, Duschen und Schlafen angesagt war, zum Essen hatte ich ja auf dem Wasser genug Zeit. Am naechsten Morgen wieder frueh los, ich wollte das ganze Tageslicht ausnuetzen. Diesmal fuhr ich durch den Fraser Canyon, also die ganze Strecke den Hwy 1. Der Canyon ist besser geschuetzt und auch waermer, im Winter von den Truckern die bevorzugte Strecke. In Kamloops schien wieder die Sonne, bis es bald wieder zu schneien anfing. Erst nur nasse Strassen, aber nach Revelstoke Richtung Rogers Pass wurde es zunehmends weisser und weisser. Diesmal mit mehr Gewicht gings gut voran, die Strasse war zum Teil schneebedeckt, aber immer gut fahrbar und griffig, Ketten waren zum Glueck nicht noetig. Bis Golden trocknete es dann ab und es dunkelte auch schon wieder ein. Den Rest bis Calgary wars meistens trocken oder feucht, so dass ich es noch gut bis Calgary schaffte, um gestern Morgen die Muellcontainer zu zustellen. Hab dann in unserem Yard in Calgary einen beladenen Trailer fuer Drayton Valley im Westen von Edmonton geholt und bin nach Hause gefahren, um nach einer interessanten Tour das Wochenende zu geniessen, bevors Morgen schon wieder weiter geht, Ladung zustellen und sich dann ueberraschen lassen, wie's weiter geht.
Die Bilder dazu gibts hier.

Sonntag, 8. November 2009

Schoenes Minnesota

Die letzte Tour hat mich quer durch Minnesota gefuehrt. Mit Eisenstangen beladen gings erst via Saskatchewan nach Portal ND, wo wiedermal die Papiere nicht in Ordnung waren, was dann eine Wartezeit von ca zwei Stunden zur Folge hatte. Danach gings durch North Dakota bis Fargo, wo wieder am Schlauch von IdleAir genaechtigt wurde. Am naechsten Tag gings dann ueber den Highway 10 und 210 nach Silver Bay am Lake Superior, um die Eisenstangen zu zustellen. Dann zurueck nach Duluth, wo die naechste Nacht verbracht wurde.
Am Tag darauf, es war Dienstag, gings leer zurueck Richtung Morden in Manitoba, wo am Mittwochmorgen fuer Edmonton geladen werden kann. Diesmal ueber den Hwy 2 ueber Bemidji bis Grand Forks in North Dakota und dann die I-29 Richtung Winnipeg. Durch wunderschoene Waelder und Seenlandschaften. Mittwochs dann in Morden geladen und die Hoelzer nach Lamont AB gebracht, um Donnerstag Abends wieder zu Hause zu sein, mal laenger als ein Tag.

Er hat mich durch North Dakota begleitet.
Meistens schoenes Wetter auf der ganzen Tour.


Donnerstag, 29. Oktober 2009

Kurzaufenthalt.

Jetzt bin ich diese Woche schon das zweite Mal zu Hause. Zwar nur kurz, aber immerhin.
Die Rueckfahrt von Houston verlief normal. Und wieder weinte Texas, als ich auf dem Heimweg war. Zwischendurch regnete es wieder monsunartig, vor allem um Dallas/Fort Worth, das ich diesmal direkt durchfuhr. Am ersten Abend in Amarillo blies ein sehr kalter Wind.
In Texas sind manche Pickup's ein bisschen breiter!
Am naechsten Tag war dann auch den Schnee in Colorado zum greifen nah. "Colorful Colorado", wie es sich gerne nennt, diesmal in weissem Kleid! Ich dachte schon, was mich in den Bergen von Wyoming und Montana wohl erwartet? Es war aber nur ein kurzes Gastspiel, denn kurz nach Limon Richtung Denver war schon alles wieder vorbei und in bekanntem Braun, so, dass ich den Schnee nur noch von weiten zu sehen bekam. So gings dann an diesem Tag noch bis Cheyenne in Wyoming. Am Freitag hatte ich in meinem Log nur grad fuenf Stunden zum Arbeiten. So machte ich halt einen kurzen Tag daraus und fuhr nur grad bis Evansville, das oestlich von Casper liegt und drei Stunden entfernt ist. Dadurch ist mein Guthaben fuer den naechsten Tag von acht auf rund zehn Stunden gestiegen, was mich bis Shelby in Montana bringen wird. So hab ich dann in Evansville reichlich Zeit gehabt und konnte so auch meine Waesche waschen.
LKW's auf die Schiene! Das ist vielleicht die Loesung!
Bunte Lokzusammenstellung in Montana.
In Montana hats zum Teil heftiger Schneeregen gehabt und am Abend hats in Shelby noch ein wenig geschneit, aber die Strassen waren immer gut zum Fahren, meistens nur nass.
Am Sonntag scheint die Sonne, darum heisst er Sonntag.
Am Sonntag hab ich dann das letzte Teilstueck von Shelby, wo ich in aller Fruehe los bin und am Zoll schnell durch war, bis Edmonton bei schoenstem Wetter zurueckgelegt.
Am Montag schnell meine Ladung zugestellt, um den Truck dann zur Werkstatt zu bringen, um den Schmierservice machen zu lassen. Ich solle am Dienstagmorgen mal anrufen, so stand ich nicht zu frueh auf, aber der Dispatch war wieder schneller und hat mich bereits beim Fruehstueck angerufen, eine Ladung fuer Swift Current in Saskatchewan sei fuer mich bereit. Nach dem Laden fuhr ich direkt nach Swift Current, wo dann nach Medicine Hat wieder mal alles weiss wurde und auch die Strassen wurden kritisch, habs aber bis Swift Current geschaft und um zwei Uhr Nachts den Anker geworfen. Gestern dann nach dem Abladen leer nach Lloydminster, wo ich Heute morgen geladen hab fuer Leduc im Sueden von Edmonton, wo ich auch gleich wieder fuer Lloydminster ne Rueckladung hatte, die aber nur zu unserem Yard gebracht habe.
Morgen geht wieder richtig los, diesmal Richtung Minessota
Im Moment sind immer wieder riesige Vogelschwaerme zu beobachten, so gestern einen Gaenseschwarm.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Erst Winter, dann Sommer, dann schneeweiss!

Wie schon Joerg is seinem Blog erwaehnt hat, hats auch mich letzten Mittwoch eiskalt erwischt! Bin grad von einer kurzen Tour nach Missoula in Montana leer zurueckgekehrt und bin bis kurz vor Calgary gefahren, wo ich dann in Nanton AB das Nachtlager aufgeschlagen habe. Zu meiner Ueberraschung (schliesslich wars am Vorabend trocken) sah es dann am Morgen so aus:
Knapp 10 Zentimeter Schnee! Und das mit leeren Fahrzeug!
Ich bekam dann die Anweisung nach Calgary zu "fahren" (eher schlitteln) um mich dann von dort wieder zu melden. So gings dann ganz sueferli nach Calgary, wo immer noch ein Verkehrschaos herrschte. In Calgary durfte ich dann erst mal warten (was mir in dem Moment egal war) bis ich dann nach dem Mittag nach Crossfield geschickt wurde, aber auf halbem Weg zurueckgepfiffen wurde, da ich immer noch mit einem zweiachsigen Trailer unterwegs war und die Ladung in Crossfield dafuer zu schwer war. Also zurueck zum Yard in Calgary, Trailer tauschen ( ja Joerg auch wir haben manchmal Tauschboerse!), vom Schnee befreien und diesmal mit einem Dreiachser nach Crossfield zu fahren. Die Jungs warteten natuerlich schon auf mich, da ich ja nun zu spaet war und so war schnell geladen. Mit drei Kunden (wiedermal Stueckgut) gings nach Hause, erst bei trockener Strasse, bis es dann nach dem Eindunkeln kurz vor Edmonton wieder zu schneien anfing und undefinierbare Strassenverhaeltnisse herrschten.
Der Schlittelweg nach Calgary.
Ich durfte dann am Donnerstag die drei Home Depot Filialen selber beliefern, zwei nachmittags und die letze erst um Mitternacht, wenigstens alle bei angenehmen Wetter.
Freitags, nicht zu frueh bitte, gings dann gleich wieder los Richtung Houston, wenigstens an die Waerme. Die Naechte waren schon in Montana sehr mild, so dass ohne Heizung geschlafen werden konnte, am Samstagmittag wars dann in Denver CO schon ueber 25 Grad und die Klima war noetig.
So steh ich nun (uebigens mit Shorts und Sandalen bekleidet!) in Houston, bereits wieder beladen fuer die Rueckfahrt und diesmal mit einem schneeweissen Truck! Da ich bereits mittags fertig war und eh erst Morgen starten werde leistete ich mir kurzerhand eine Truckwash, die gleich neben dem TA Truckstop hier in Baytown TX, sind. Das hat knapp zehn Minuten gedauert, die ca sieben Jungs sind mit den Buersten wie die Bienen um den Truck gesaust. Das Resultat seht ihr weiter unten, kostet ca 40 Dollar, das zahlt aber die Firma. Ich weiss nicht, wann der das letzte Mal so sauber war, ich stand mit offenem Mund da und schaute dem Treiben zu. Das werd ich mir in Zukunft des oefteren leisten.
Somit viele Gruesse aus dem warmen Houston, morgen geht wieder Richtung kaelterer Norden.
Die untergehende Sonne zeichnet wunderbare Wolken.

Die Berge in der Ferne sind schon weiss.
Naegeli Transport in Houston! Schweizer Vorfahren?
Die 40 Dollar waren es wert!

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Im Sueden Illinois.

Diesmal gings nach Marissa im Sueden von Illinois, das ca 65 km suedoestlich von St. Louis MO liegt. Ich startete am Dienstag vor einer Woche mit einem mit Geruestteilen beladenen Trailer erst richtung Estevan in Saskatchewan, wo ich am spaeteren Abend beim Husky Truckstop den Anker warf. Am naechsten Morgen traf ich dann Gary, der auf mich gewartet hat und wir setzten zusammen die Fahrt fort, nach ner halben Stunde waren wir an der Grenze in North Portal SK. War nicht viel los, also kurz durchschluepfen und weiter gehts. Nix da mit durchschluepfen! Die Papiere waren nicht im System, also wurden wir zurueckgeschickt nach Kanada, um das abzuklaeren. Nach einigen Telefonaten war klar, dass die Papiere ans falsche Ort gefaxt wurden und somit nicht bearbeitet waren. Erst einmal hiess es warten. Nach einer Stunde kam der erloesende Anruf vom Broker, dass die Papiere ok sind und wir weiter koennten. Nun war nichts mehr mit durchschluepfen, denn der Verkehr hat zugenommen und wir durften diesmal anstehen. Eine ganze Stunde bis wir endlich vorne waren und die Papiere, die jetzt in Ordnung waren, abgeben konnten und dann gings endlich weiter in North Dakota! In Minot gabs den ersten Tankstop und danach fuhren wir bis Fargo, wo wir auf dem Petro Truckstop Feierabend machten und wo spaeter noch Brian zu uns stiess, der auch eine Ladung fuer Marissa hatte. Am naechsten Tag gings zu dritt weiter durch Minnesota, vorbei an Minneapolis/St. Paul, durch Wisconsin und vorbei an Chicago bei zum Teil regnerischem Wetter, abends sogar mit heftigem Regen, bis wir dann in Rochelle in Illinois wieder einen Petro Truckstop ansteuerten. Gary hatte schon fast den ganzen Tag Probleme mit seinem Volvo gehabt, was uns auch eine lange Mittagspause bescherte, schlussendlich aber nichts gebracht hat. Freitags sterteten wir in aller Fruehe unsere Motoren, um vielleicht noch die Rueckladung rechtzeitig zu erhalten. Diesmal bei klarem Himmel und auch der Wind, welcher uns die letzten Tage sehr heftig begleitet hatte, war abgeklungen. Nicht lange und Gary's Volvo spuckte wieder, worauf er einen Volvo Dealer aufsuchen musste und ich mit Brian alleine die Fahrt fortsetzte. Bei angenehmen Temperaturen und Sonne pur loeschten wir die Ladung in Marissa, um uns dann auf den Weg fuer die Rueckladung zu machen, Brian stellte aber einen platten Reifen an seinem Trailer fest, der erst repariert werden musste. Zusammen fuhren wir noch zum Flying J oestlich von St. Louis. Nun alleine dueste ich nach Peru, nein nicht das in Suedamerika, das in Illinois, ca viereinhalb Stunden entfernt und in Illinois ist fuer Trucks ein Tempolimit von nur 55 mph und ich musste bis sieben Uhr abends dort einchecken, um noch beladen zu werden. Um halb sieben war ich dort, (es regnete natuerlich wieder!) konnte mich anmelden und musste feststellen, dass meine Ladung schon seit zwei Tagen weg war! Kurzes hin und her telefonieren und es stellte sich heraus, dass von den drei Ladungen fuer uns grad noch eine fuer Regina SK uebrig war! Ich durfte gleich in die Halle fahren und wurde auch sofort beladen. Naechstes Problem, irgendwas mit den Papieren war nicht in Ordnung und die Person, welche das bearbeitete war grad nicht erreichbar, was schlussendlich zu meinem Vorteil war, ich durfte naehmlich in der Halle meine Ladung abdecken und sichern, nicht draussen im kalten Regen! Danach gings noch zum nahe gelegenen Flying J, um die Nachtruhe an zu treten. So gings am Samstag, es regnete immer noch, nicht zu frueh zurueck wieder die gleiche Strecke ueber Madison WI, Minneapolis/St.Paul MN bis Fargo ND, wo ich noch den letzten Platz von IdleAir ergatterte, ja die gelben Schlaeuche sind nicht nur Klima, sondern auch Heizung. Nach einer angenehmen Nacht startete ich nicht zu frueh (bin halt kein Fruehaufsteher) nach einer Dusche und Fruehstueck Richtung kanadischer Grenze, die ich diesmal problemlos passierte und rauschte noch bis Regina, wo meine Ladung hin musste. Montag Morgen dann abgeladen und wartete erst mal, bis ich dann leer nach Saskatoon geschickt wurde, um Kunststoffrohre zu laden, welche zu einer Mine in Fraser Lake im Norden BC's gehen, ich aber nur zu unserem Yard gebracht habe, um meinen Reset an zu treten, um hoffentlich Freitags, oder Samstag wieder durch zu starten um am langen Wochenende (Thanksgiving) beschaeftigt zu sein.
Bilder gibts wieder hier.
Erst gehts durch North Dakota.

Der St. Croix River bildet hier die Grenze zwischen Minnesota und Wisconsin.

Wunderbares, suedliches Illinois.

Na! Wer sagts denn! Man kennt mich hier!! Im sueden Saskatchewan's gefunden!
5000
5000 Klicks in einem Jahr!
!!!!Ich moechte mich bei allen Lesern herzlich fuer das Interesse bedanken!!!!
Ich find Euch einfach grossartig!
Ein riesengrosses MERCI!!!!

Sonntag, 27. September 2009

Texas im Schnelldurchlauf!

Oder so aehnlich koennte man meine erste USA-Tour nennen. Es ging alles ein bisschen schnell und dazu musste ich alleine fahren, hatte aber von allen Seiten telefonische Unterstuezung.
Aber erst mal von Anfang an. Als ich am Dienstag vor einer Woche auf dem Heimweg von Brandon, Manitoba war, rief mich der Dispatch an. "Wir haetten eine US-Ladung, willst du die machen?" "Natuerlich will ich das" antwortete ich, "aber du weisst, ich habe den Drogentest noch nicht gemacht." "Ich weiss, wir rufen dich Morgen an, wenn wir das organisiert haben."
Na! Dat is doch was! Ein US-Trip!! Ich war richtig aus dem Haeusschen! Als ich dann am Abend in meinem Fach nachschaute, war ein Zettel drin fuer den Test, Mittwochmorgen, zehn Uhr. Na denn, funktioniert.
Am naechsten Morgen rief ich nach dem Test an, dass dies erledigt ist. "Komm mal in die Firma" hiess es. "Was geht ab, hast du ne Ladung" fragte ich. "Weiss noch nicht, komm einfach mal". Ich fuhr wieder nach Hause, habe meine Sachen gepackt und bin zur Firma gefahren. Im Buero hiess es dann, dort steht dein Trailer fuer Port Arthur, aufsatteln, festzurren und Pretrip machen. Damit wusste ich etwa gleichviel wie vorher. Also hab ich aufgesattelt, ein paar Gurte darueber geworfen und bin erst mal zur Pretripbay gefahren, so lange sie noch frei war und mir keiner vor die Nase faehrt. Gabi meinte, dass der Trailer schon am Montag da war, sie werde aber nach der Mittagspause den Reifendruck pruefen. So konnte ich in aller Ruhe meine Ladung sichern. Es stellte sich dann heraus, dass in einem Radlager kein Oel war, eine Dichtung musste ersetzt werden, dazu noch ein Stossdaempfer und die Bremse, welche natuerlich voll mit Oel war. Eine Verzoegerung von zwei Stunden. Um drei Uhr konnte ich dann den Yard verlassen und mich auf den Weg machen. Ich kam nicht weit, bis sich schon die ersten Probleme hatte. In Leduc hat es eine Bruecke mit einer Hoehenwarnung, ist die Ladung zu hoch, gehen die Blinklichter an und man muss die naechste Ausfahrt raus. Ich wusste nicht wieso, aber das Ding blinkte und so bin ich natuerlich sofort vom Highway abgefahren, ich wollte ja nicht schon bei der ersten niedrigen Bruecke festsitzen. Erstaunt war ich, da das Kranteil eigentlich nicht zu hoch sein sollte. Ich habs dann gemessen, 13 Fuss, also kein Problem. Was war denn los? Ich checkte nochmal alles und musste feststellen, dass zu hinterst zwei Verbindungsstuecke mit Bolzen nur oben drauflagen. Ich konnte die dann herunterwerfen, so dass sie dann hingen und mit Gummibaendern gesichert werden konnten. Vermutlich war das der Ausloeser, vielleicht noch zusammen mit einer Bodenwelle. Bin dann bis Red Deer gefahren und rief an, weil ich wissen musste, ob das Permit (Bewilligung) fuer Montana (brauchte fuer jeden Staat eines) bereit war. Nach einer Weile kam dann der Anruf, dass alles ok sei und ich weiterfahren koenne. So gings dann problemlos bis zur Grenze in Coutts/Sweetgrass. Das Permit war bei der Waage bereit und die Zollabfertigung war elektronisch schon erledigt, so dass ich kurz nach Mitternacht problemlos durchschluepfte. Dann noch Visum holen (eine kurze Sache, ist 90 Tage gueltig) und fuhr dann noch bis Shelby. Am Donnerstag gings weiter bis zur Grenze von Wyoming, wo auch wieder beim Port of entry ein Permit bereit lag. Ich staunte nicht schlecht, als ich im Spiegel einen anderen NIC-Truck sah, Thorsten und Gerd waren zu zweit im Team unterwegs, mit Ladung Nummer eins, (ich hatte Ladung Nummer 15) die schnellstens zum Kunden musste. Nach kurzer Unterhaltung und ein paar erhaltenen Tips, rauschten die Zwei auch schon wieder davon, fuer mich war Feierabend und Schlafenszeit angesagt. Freitags gings dann weiter via Denver bis Burlington, kurz vor der Grenze zu Kansas. In Casper WY erhielt ich dann noch per Fax (zehn Seiten) die restlichen Permits fuer Colorado, Kansas, Oklahoma und Texas. Am naechsten Tag dann in Salinas KS getankt und bis Oklahoma City gefahren, immer wieder mit Gary in Kontakt, der mir Tips gab und mich so zu sagen lotste. Sonntag gings von Oklahoma City bis runter nach Baytown oestlich von Houston, wo die anderen Jungs auf dem TA-Truckstop das Wochenende verbrachten. Fuer mich war Schluss, denn ich hatte auch keine Stunden mehr uebrig und musste ein Reset von 36 Stunden einlegen, bevor ich wieder fahren durfte. Nun durfte ich auch meine ersten Erfahrungen mit IdleAir machen, die gelben Schlaeuche, die mir schon in Okla City aufgefallen waren. Bei einer Hitze von um die dreissig Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit ist an Schlafen im Truck ohne Klimaanlage nicht zu denken. Und schon gar nicht mit einem Leerlauf von zehn Minuten. Von einer externen Einheit wird ueber den Schlauch kalte Luft in die Kabine geblasen, der Adapter wird mit einer Schablone in Seitenfenster eingeklemmt. Das Ganze ist aber auch noch ein Computer mit Touch Screen, Internet, Strom, man kann ein Telefon anschliessen, den Fernseher und Filme schauen und natuerlich auch den Laptop anschliessen. Alles wird ueber Kredit- und Mitgliederkarten abgewickelt, die Klima bezahlt die Firma, alles Andere muss selber mit der eigenen Mitgliederkarte bezahlt werden, die vorher aufgeladen werden muss.
Am Montag ist dann Gerd auf meinen Fahrersitz gesprungen, da ich ja wegen meinem Reset nicht fahren durfte und wir sind dann nach Port Arthur zum Abladen gefahren und danach zurueck nach Houston, um eine Ladung Rohre auf zu nehmen. Dann zurueck zum Truckstop, aufgetankt und somit bereit am Dienstagmorgen die Rueckreise in Angriff zu nehmen. Wieder eine Nacht mit IdleAir um dann bei regnerischem Wetter Houston frueh Morgens zu verlassen. Zwischendurch hats so heftig geregnet, dass sich grosse Seen auf den Strassen bildeten und der Verkehr nur zaeh voran kam. Die Rueckreise machte ich diesmal mit Gary zusammen, ich musste also nicht alleine nach Hause fahren und so plauderten wir ueber Funk zusammen und ich erhielt viele Tips und Ratschlaege. Bis Dallas hat uns der Regen begleitet, bevors dann langsam abtrocknete und wir in Amarillo unsere Trucks fuer den Tag endgueltig parkten. Diesmal gings ueber die eigentliche Route, die normalerweise gefahren wird und rund 350 km kuerzer ist. In weiteren Etappen ging es bis Cheyenne WY, Great Falls MT und dann letzten Freitag bis Edmonton.
Nach zehn Tagen und 8112 Kilometer unfallfreier Fahrt und ohne ein Ticket wieder zu Hause. Die ganze Tour war der Hammer und ich habs genossen. Mal ein paar Tage fahren, ohne laden oder abladen, einfach Geil!
Vermutlich soll ich jetzt mit Gary zusammen noch ein oder zwei Touren machen, um dann endlich das machen zu koennen, wofuer ich nach Kanada gekommen bin, USA Fahren!
Viele weitere Bilder gibts hier.

Die erste Nacht in den USA in Shelby, Montana.

Wunderbare Felsformationen in Wyoming.
Autobahnkreuz in Houston.

Oft hat es gosse Windfarmen, sehr eindruecklich!

Montag, 7. September 2009

Vancouver BC,Yellowknife NT, Rainbow Lake AB, Winnipeg MB....

....das sind die Destinationen der letzten Wochen. Toent doch gar nicht so schlecht und entspricht auch eher meiner Vorstellung von Long Haul Trucking.
Als Erstes gabs eine Ladung nach Vancouver BC. Dienstags Morgen war ich dann beim Kunden, um die Armierungseisen ab zu liefern. Danach wurde ich zum Yard von NIC geschickt, wo dann auch schon Feierabend war, da an diesem Tag nichts mehr ging. Etwas spaeter kam dann auch noch Thorsten, so wars wenigstens nicht langweilig und das Wetter spielte auch mit, sonnig und warm. Am Mittwoch war erst mal Flaute bis nach dem Mittag, wo ich dann endlich eine Ladung Pipes fuer Edmonton bekam und mich auf den Weg machen konnte. In Chilliwack wurden die Tanks aufgefuellt und danach auch noch mein Magen. Gab zwar noch ein paar Kilos mehr zu den ca 21 Tonnen der Ladung, aber meine 430 Pony's waren ja eh nicht so stark, also spielte das keine Rolle. So schleichten wir alle den Berg hoch und nach Hope gehts teilweise rechts steil bergauf. Die Wassertemperatur und die Oeltemperatur wurden immer wie hoeher trotz bereits manuell auf Dauerbetrieb eingeschaltetem Luefter und ich machte mir schon Sorgen, dass ichs nicht schaff. Oben endlich angekommen rueckten die Anzeigen wieder in Naehe normal, so gings weiter bis Merrit, wo's erst mal ne Pause gab. Als ich ausstieg, hats mich fast umgehauen, sauheiss (um die 30 Grad) und dazu noch ein heisser Wind, klar, dass die Pony's so sehr ins schwitzen kamen. Bis Kamloops, dann gabs Nachtruhe und den Versuch bei 28 Grad zu schlafen. Am naechsten Morgen fueh aufgestanden (und immer noch 18 Grad um 6.00 Uhr frueh), um den Rest bis Edmonton unter die Raeder zu nehmen. Und wieder im Jasper Nationalpark standen, ja lagen sogar die Hirsche wieder auf der Strasse rum, so, dass Durchkommen nicht einfach war, die machen keinen Platz, da nuetzt auch hupen nichts. Und die Touris fuettern die Viecher auch noch! So war ich dann um 18.00 Uhr in Edmonton und konnte die Ladung fuer die drei Kunden am naechsten Tag zustellen (ist ja schon fast wie Stueckgut!).
Die Port Mann Bruecke in Vancouver.
Nach meiner "Stueckgutlieferung" am Donnerstag war dann nichts mehr und ich solle am Abend anrufen. Zu meiner Ueberraschung gabs ne Ladung fuer Yellowknife NT, fuer Montag frueh. Ich solle das am Freitag laden. Freitag war ja eigentlich mein Ruhetag, aber ich verbrachte halt den halben Tag damit, einen Fiberglastank mit den Betonelementen und Zubehoer zu laden, um mich dann Samstag mal nach dem Mittag auf den Weg zu machen und den ersten Teil der 1500 km unter die Raeder zu nehmen. Bis Manning AB hab ichs dann geschafft, bevor Schlafenszeit angesagt war, hatte schliesslich noch den ganzen Sonntag zur Verfuegung. So gings dann auch am Sonntag bei angernehmen Wetter weiter.
"Grenzuebertritt"
Richtig! Da war ja noch die Faehre! Und zugleich eine Premiere fuer mich! Das aller erste Mal, dass ich mit einem Fahrzeug auf ein Schiff fahr! Ist ja nichts Besonderes, aber Spass hats gemacht! So gings dann weiter und den ersten Bison hab ich auch gleich auf der anderen Seite des Flusses gesehen, vielleicht wollte der ja auf die Faehre! Bis auf die letzten 80km, die eine reine Buckelpiste sind, verlief die Fahrt normal. Es ist einfach toll, die leeren Strassen zu befahren. Das kann man sich in Europa gar nicht vorstellen, das gibts da nicht.
Die Faehre ueber den McKenzie River.
Gegen abend in Yellowknife angekommen, hab ich auch sofort die Adresse gefunden und gegenueber war ein grosser Platz, wo ich mich auch grad hinstellen konnte, um mich am naechsten Morgen bei den Jungs zu melden. Als ich mir das Loch bei der Tankstelle so anschaute, war ich mir nicht so sicher, ob da zwei Tanks reinpassten. Am Montagmorgen kam dann auch der andere Fahrer, der noch den groesseren Tank als meiner brachte. Nach langem hin und her wurde dann klar, was lief. Der Andere durfte gleich wieder mitsamt der Ladung umkehren und zurueck nach Edmonton fahren, fuer meinen Tank wurde ein Platz gesucht, wo er vorerst gelagert werden konnte, bevor das Loch fertig war. So wurde ich auf den Nachmittag vertroestet. Um Zwei Uhr gings zu einem Yard einer anderen Transportfirma, wo dann der Tank auf einen anderen Trailer geladen wurde, um dann zu gegebener Zeit zur Baustelle gebracht zu werden. Fuer mich hiess es dann wieder einmal "wir haben noch nichts, ruf spaeter an", was dann auch hiess, dass an diesem Tag nichts mehr lief. Na dann, so wurden wieder erst die Tanks und dann der Magen gefuellt und ich stellte mich gleich hinter der Tankstelle fuer die Nacht hin.
Ja, ich bin wirklich in Yellowknife, nahe der Ice Road!
Am naechsten Morgen nach dem Fruehstueck hab ich angerufen und es hiess, "hier hats nichts, fahr mal ein Stueck runter und ruf spaeter an". Ich bin dann bis Fort Providence, kurz vor der Faehre gefahren und so wurde ich Richtung High Level AB geschickt, wo ich mich dann kurz nach der Grenze zu Alberta noch mal melden soll. In Indian Cabins rief ich noch mal an und so hiess es, fahr bis High Level und ruf morgen an.
Noch schnell ueber die Strasse, bevor die Trucks kommen!
Die Pfeiler der Deh Cho Bruecke ueber den McKenzie River.
Mittwochmorgens ging dann schon bald das Telefon und ich wurde beinahe aus dem Bett geklingelt. In La Crete wartete eine Ladung Bauholz fuer Edmonton, ich soll mich nicht beeilen. Also gabs erst Fruehstueck, um mich dann auf das ca eine Stunde entfernte La Crete zu begeben. Nach dem Laden gings dann los, hab mich bei einem anderen Fahrer erkundigt, wie das mit der Faehre ueber den Peace River ist, die sei in Betrieb und kann beladen befahren werden. Ich hatte ja schliesslich ein Gesamtgewicht von ueber 41 Tonnen, muesste kein Problem sein.
Auf dem Peace River,drueben geht steil hoch.
Auf der anderen Seite ging so steil nach oben, dass ich nur grad im zweiten Gang aufwaerts schleichte und mich nicht getraute zu schalten, nicht noch stehen bleiben! Ich fuhr dann noch bis Acheson, naehe Edmonton, um am naechsten Tag das Holz zu liefern. In Whitecourt war die Scale (Waage) natuerlich offen und zu allem Uebel hiess es "Park and bring Papers". Na toll, das auch noch! Es gab eine Ueberpruefung der Papiere und des Logbuchs, war aber alles in Ordnung, worauf ich weiterfahren konnte. Wieder in der Firma wurde ich nach Camrose geschickt, um eine Ladung Pipes zu holen, die nach Rainbow Lake geht, 170 km westlich von High Level, was mich gleich wieder in diese Region brachte. Liefertermin war Samstag frueh, worauf ich mich entschied, nach Hause zu gehen und am Freitag hoch zu fahren. Am Samstagmorgen wurde ich auch recht schnell entladen und machte mich dann leer auf den Heimweg, wieder 925 km nach Edmonton.
Wieder Montag gabs eine Ladung Plastikrohre fuer Saskatoon. Erst hiess es Dienstag mittags, aber auf dem Schein des Versenders stand vor 8 Uhr Morgens. Nach Absprache mit dem Dispatch haben wir uns entschieden, so frueh wie moeglich beim Kunden zu sein, was nicht schaden koennte. War auch so, ja manchmal sollte man auch auf den Dispatch hoeren! So ich bin am Abend noch hingefahren und war ca halb eins dort. Den Wecker habe ich auf halb acht gestellt, um rechtzeitig parat zu sein, wenn die Leute kommen. Ich stand etwa zehn Minuten vor dem Wecker auf und war grad am anziehen, da klopfte es schon an der Tuer und der Typ wollte wissen ob das seine Ladung war. War es auch, so wurde ich dann auch gleich aufs Areal gefuehrt und abgeladen und war um neun Uhr auch schon wieder draussen und konnte anrufen, dass ich leer sei. Ja, ich bin schliesslich in Saskatoon und so hiess es was wohl? Richtig, "ruf spaeter an, wir haben noch nichts!" Also zum Husky Truckstop und fruehstuecken. Kaum den Motor gestartet klingelt es. Ich solle nach Brandon MB fahren und mich von dort melden. Na denn! Das sind etwa 600 km und so war der Tag gerettet. Von da aus am spaeten Nachmittag angerufen, wussten sie noch nichts genaues ueber die Ladung, ich solle am morgen anrufen. Ok, Uebernachtung in Brandon und am naechsten Morgen ist der Dispatch wieder schneller als ich und teilte mir mit, es gaebe eine Planaenderung, ich soll nach Winnipeg fahren und dort einen geladenen Trailer holen.
Downtown Winnipeg!
So gings nochmal zwei Stunden nach Winnipeg, wo ein Trailer mit ner vollen Ladung Stahlprofile, knapp 30 Tonnen, bereit stand. Also ankuppeln, Ladung sichern und ich machte mich gleich wieder auf den Rueckweg. Und da zwischen Winnipeg und Edmonton alles flach ist, spielt das Gewicht keine grosse Rolle und auch nicht, wenn du Pony's statt Pferde unter der Haube hast. Bin dann noch bis Davidson zwischen Regina und Saskatoon gefahren, weiter gings nicht mehr, meine Stunden waren voll. Am Donnerstag den Rest bis Edmonton, waere so um vier Uhr nachmittags beim Kunden gewesen, war aber schon zu spaet und da Waiward Freitags nicht arbeitet und dazu noch langes Wochenende ist, werd ich halt meine Ladung morgen Dienstag loeschen und dann schau mer mal, was weitergeht.
Die Bilder von Yellowknife gibs hier, ein paar Neue hats auch noch hier.
Vielen Dank fuer die regelmaessigen Klicks, bis bald!