....das sind die Destinationen der letzten Wochen. Toent doch gar nicht so schlecht und entspricht auch eher meiner Vorstellung von Long Haul Trucking.
Als Erstes gabs eine Ladung nach Vancouver BC. Dienstags Morgen war ich dann beim Kunden, um die Armierungseisen ab zu liefern. Danach wurde ich zum Yard von NIC geschickt, wo dann auch schon Feierabend war, da an diesem Tag nichts mehr ging. Etwas spaeter kam dann auch noch Thorsten, so wars wenigstens nicht langweilig und das Wetter spielte auch mit, sonnig und warm. Am Mittwoch war erst mal Flaute bis nach dem Mittag, wo ich dann endlich eine Ladung Pipes fuer Edmonton bekam und mich auf den Weg machen konnte. In Chilliwack wurden die Tanks aufgefuellt und danach auch noch mein Magen. Gab zwar noch ein paar Kilos mehr zu den ca 21 Tonnen der Ladung, aber meine 430 Pony's waren ja eh nicht so stark, also spielte das keine Rolle. So schleichten wir alle den Berg hoch und nach Hope gehts teilweise rechts steil bergauf. Die Wassertemperatur und die Oeltemperatur wurden immer wie hoeher trotz bereits manuell auf Dauerbetrieb eingeschaltetem Luefter und ich machte mir schon Sorgen, dass ichs nicht schaff. Oben endlich angekommen rueckten die Anzeigen wieder in Naehe normal, so gings weiter bis Merrit, wo's erst mal ne Pause gab. Als ich ausstieg, hats mich fast umgehauen, sauheiss (um die 30 Grad) und dazu noch ein heisser Wind, klar, dass die Pony's so sehr ins schwitzen kamen. Bis Kamloops, dann gabs Nachtruhe und den Versuch bei 28 Grad zu schlafen. Am naechsten Morgen fueh aufgestanden (und immer noch 18 Grad um 6.00 Uhr frueh), um den Rest bis Edmonton unter die Raeder zu nehmen. Und wieder im Jasper Nationalpark standen, ja lagen sogar die Hirsche wieder auf der Strasse rum, so, dass Durchkommen nicht einfach war, die machen keinen Platz, da nuetzt auch hupen nichts. Und die Touris fuettern die Viecher auch noch! So war ich dann um 18.00 Uhr in Edmonton und konnte die Ladung fuer die drei Kunden am naechsten Tag zustellen (ist ja schon fast wie Stueckgut!).
Die Port Mann Bruecke in Vancouver.
Nach meiner "Stueckgutlieferung" am Donnerstag war dann nichts mehr und ich solle am Abend anrufen. Zu meiner Ueberraschung gabs ne Ladung fuer Yellowknife NT, fuer Montag frueh. Ich solle das am Freitag laden. Freitag war ja eigentlich mein Ruhetag, aber ich verbrachte halt den halben Tag damit, einen Fiberglastank mit den Betonelementen und Zubehoer zu laden, um mich dann Samstag mal nach dem Mittag auf den Weg zu machen und den ersten Teil der 1500 km unter die Raeder zu nehmen. Bis Manning AB hab ichs dann geschafft, bevor Schlafenszeit angesagt war, hatte schliesslich noch den ganzen Sonntag zur Verfuegung. So gings dann auch am Sonntag bei angernehmen Wetter weiter.
"Grenzuebertritt"
Richtig! Da war ja noch die Faehre! Und zugleich eine Premiere fuer mich! Das aller erste Mal, dass ich mit einem Fahrzeug auf ein Schiff fahr! Ist ja nichts Besonderes, aber Spass hats gemacht! So gings dann weiter und den ersten Bison hab ich auch gleich auf der anderen Seite des Flusses gesehen, vielleicht wollte der ja auf die Faehre! Bis auf die letzten 80km, die eine reine Buckelpiste sind, verlief die Fahrt normal. Es ist einfach toll, die leeren Strassen zu befahren. Das kann man sich in Europa gar nicht vorstellen, das gibts da nicht.
Die Faehre ueber den McKenzie River.
Gegen abend in Yellowknife angekommen, hab ich auch sofort die Adresse gefunden und gegenueber war ein grosser Platz, wo ich mich auch grad hinstellen konnte, um mich am naechsten Morgen bei den Jungs zu melden. Als ich mir das Loch bei der Tankstelle so anschaute, war ich mir nicht so sicher, ob da zwei Tanks reinpassten. Am Montagmorgen kam dann auch der andere Fahrer, der noch den groesseren Tank als meiner brachte. Nach langem hin und her wurde dann klar, was lief. Der Andere durfte gleich wieder mitsamt der Ladung umkehren und zurueck nach Edmonton fahren, fuer meinen Tank wurde ein Platz gesucht, wo er vorerst gelagert werden konnte, bevor das Loch fertig war. So wurde ich auf den Nachmittag vertroestet. Um Zwei Uhr gings zu einem Yard einer anderen Transportfirma, wo dann der Tank auf einen anderen Trailer geladen wurde, um dann zu gegebener Zeit zur Baustelle gebracht zu werden. Fuer mich hiess es dann wieder einmal "wir haben noch nichts, ruf spaeter an", was dann auch hiess, dass an diesem Tag nichts mehr lief. Na dann, so wurden wieder erst die Tanks und dann der Magen gefuellt und ich stellte mich gleich hinter der Tankstelle fuer die Nacht hin.
Ja, ich bin wirklich in Yellowknife, nahe der Ice Road!
Am naechsten Morgen nach dem Fruehstueck hab ich angerufen und es hiess, "hier hats nichts, fahr mal ein Stueck runter und ruf spaeter an". Ich bin dann bis Fort Providence, kurz vor der Faehre gefahren und so wurde ich Richtung High Level AB geschickt, wo ich mich dann kurz nach der Grenze zu Alberta noch mal melden soll. In Indian Cabins rief ich noch mal an und so hiess es, fahr bis High Level und ruf morgen an.
Noch schnell ueber die Strasse, bevor die Trucks kommen!
Die Pfeiler der Deh Cho Bruecke ueber den McKenzie River.
Mittwochmorgens ging dann schon bald das Telefon und ich wurde beinahe aus dem Bett geklingelt. In
La Crete wartete eine Ladung Bauholz fuer Edmonton, ich soll mich nicht beeilen. Also gabs erst Fruehstueck, um mich dann auf das ca eine Stunde entfernte La Crete zu begeben. Nach dem Laden gings dann los, hab mich bei einem anderen Fahrer erkundigt, wie das mit der
Faehre ueber den Peace River ist, die sei in Betrieb und kann beladen befahren werden. Ich hatte ja schliesslich ein Gesamtgewicht von ueber 41 Tonnen, muesste kein Problem sein.
Auf dem Peace River,drueben geht steil hoch.
Auf der anderen Seite ging so steil nach oben, dass ich nur grad im zweiten Gang aufwaerts schleichte und mich nicht getraute zu schalten, nicht noch stehen bleiben! Ich fuhr dann noch bis Acheson, naehe Edmonton, um am naechsten Tag das Holz zu liefern. In Whitecourt war die Scale (Waage) natuerlich offen und zu allem Uebel hiess es "Park and bring Papers". Na toll, das auch noch! Es gab eine Ueberpruefung der Papiere und des Logbuchs, war aber alles in Ordnung, worauf ich weiterfahren konnte. Wieder in der Firma wurde ich nach Camrose geschickt, um eine Ladung Pipes zu holen, die nach Rainbow Lake geht, 170 km westlich von High Level, was mich gleich wieder in diese Region brachte. Liefertermin war Samstag frueh, worauf ich mich entschied, nach Hause zu gehen und am Freitag hoch zu fahren. Am Samstagmorgen wurde ich auch recht schnell entladen und machte mich dann leer auf den Heimweg, wieder 925 km nach Edmonton.
Wieder Montag gabs eine Ladung Plastikrohre fuer Saskatoon. Erst hiess es Dienstag mittags, aber auf dem Schein des Versenders stand vor 8 Uhr Morgens. Nach Absprache mit dem Dispatch haben wir uns entschieden, so frueh wie moeglich beim Kunden zu sein, was nicht schaden koennte. War auch so, ja manchmal sollte man auch auf den Dispatch hoeren! So ich bin am Abend noch hingefahren und war ca halb eins dort. Den Wecker habe ich auf halb acht gestellt, um rechtzeitig parat zu sein, wenn die Leute kommen. Ich stand etwa zehn Minuten vor dem Wecker auf und war grad am anziehen, da klopfte es schon an der Tuer und der Typ wollte wissen ob das seine Ladung war. War es auch, so wurde ich dann auch gleich aufs Areal gefuehrt und abgeladen und war um neun Uhr auch schon wieder draussen und konnte anrufen, dass ich leer sei. Ja, ich bin schliesslich in Saskatoon und so hiess es was wohl? Richtig, "ruf spaeter an, wir haben noch nichts!" Also zum Husky Truckstop und fruehstuecken. Kaum den Motor gestartet klingelt es. Ich solle nach Brandon MB fahren und mich von dort melden. Na denn! Das sind etwa 600 km und so war der Tag gerettet. Von da aus am spaeten Nachmittag angerufen, wussten sie noch nichts genaues ueber die Ladung, ich solle am morgen anrufen. Ok, Uebernachtung in Brandon und am naechsten Morgen ist der Dispatch wieder schneller als ich und teilte mir mit, es gaebe eine Planaenderung, ich soll nach Winnipeg fahren und dort einen geladenen Trailer holen.
Downtown Winnipeg!
So gings nochmal zwei Stunden nach Winnipeg, wo ein Trailer mit ner vollen Ladung Stahlprofile, knapp 30 Tonnen, bereit stand. Also ankuppeln, Ladung sichern und ich machte mich gleich wieder auf den Rueckweg. Und da zwischen Winnipeg und Edmonton alles flach ist, spielt das Gewicht keine grosse Rolle und auch nicht, wenn du Pony's statt Pferde unter der Haube hast. Bin dann noch bis Davidson zwischen Regina und Saskatoon gefahren, weiter gings nicht mehr, meine Stunden waren voll. Am Donnerstag den Rest bis Edmonton, waere so um vier Uhr nachmittags beim Kunden gewesen, war aber schon zu spaet und da Waiward Freitags nicht arbeitet und dazu noch langes Wochenende ist, werd ich halt meine Ladung morgen Dienstag loeschen und dann schau mer mal, was weitergeht.
Die Bilder von Yellowknife gibs
hier, ein paar Neue hats auch noch
hier.
Vielen Dank fuer die regelmaessigen Klicks, bis bald!